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1. Gründung der An - 2 - Staffel 
Die eigentlichen Staffelflugzeuge wurden im Frühjahr 1957 übernommen. Diese Flugzeuge erhielten
durchgehend die taktischen Nummern 450 bis 461. Es ist bekannt, dass die letzten beiden Maschinen,
d.h. die 460 & 461, unmittelbar danach an die GST nach Schönhagen weitergegeben wurden. Zur
Erstausbildung standen aber, die bereits 1952 gelieferten, Maschinen mit den taktischen Nummern 801
und 802 zur Verfügung! ( Noch mit Sowjetstern. )
Die An-2-Staffel wurde lt. Befehl des Chefs der Luftstreitkräfte im Oktober 1956 in Dessau 
gegründet. Die erste Generation der Fluglehrer und einige Techniker wurden noch in der damaligen
Sowjetunion ausgebildet. Die Ausbildung der weiteren Techniker erfolgte dann 1956 / 1957 in
Preschen. Von Beginn des Schulbetriebes bis 1959 bestand die Besatzung einer An-2-Schulmaschine
aus zwei Flugzeugführern ( ein Fluglehrer und ein Flugschüler ) und einem Bordmechaniker. Ab 1960
wurde die Dienststellung Bordmechaniker auf der An-2 abgeschafft. Dies ging Hand in Hand mit einer
Änderung in der Il-14-Staffel, denn dort flogen bis 1960 Bordtechniker und danach Bordmechaniker.
Einige routinierte Bordmechaniker der An-2 schulten erneut um und wurden in die Il-14-Staffel
übernommen.
2. Verlegung der Staffel nach Brandenburg - Briest 
Lt. Befehl-Nr.: 29 / 57 des Chefs der LSK erfolgte die Verlegung der An-2-Staffel nach Brandenburg /
Havel im März 1957. Die Verlegung endete mit der Übernahme des Flugplatzes am 30.03.1957. Die
An-2-Staffel und die Staffel der Jak 11 bildeten das Fliegerausbildungsgeschwader 4 ( FAG 4 ). Beim
erneuten Verlegen der Staffel zurück nach Dessau wechselte die Führung der Staffel von Theo Pötzsch
zu Rolf Brade. Theo Pötzsch übernahm in Brandenburg den Aufbau der Hubschrauberstaffel. Durch
einen tragischen Flugunfall verunglückte er später tödlich.
3. Verlegung der Staffel zurück nach Dessau 
Lt. Befehl-Nr.: 52 / 58 des Chefs der LSK / LV erfolgte die Verlegung der Staffel im Dezember 1958
wieder zurück nach Dessau. Der Abschluss erfolgte mit der Übernahme des Platzes am 06.01.1959.
Alles erfolgte im Rahmen der Neustrukturierung des FAG 4, d.h. die Zusammenführung in ein
Schulgeschwader, bestehend aus den Staffeln der IL-14, der An-2 und später der L-60. Dem
Geschwader war eine Offiziersschule angeschlossen. Dieser oblag die theoretische Ausbildung der
Flugschüler. In diesem Ausbildungsgeschwader wurden zu Beginn die eigenen Fluglehrer - siehe
Stammpersonal zweite und dritte Generation - ausgebildet. Des weiteren wurden im FAG auch die
späteren Flugzeugführer für die Lufthansa / Interflug auf der An-2, der Il-14 und für den Agrarflug auf
der L-60 geschult. Neben dem eigentlichen Schulbetrieb wurden wir auch zum Absetzen von
Fallschirmspringern der NVA und der GST sowie für Zieldarstellungsflüge eingesetzt.
Der Abstellplatz der An-2-Staffel auf dem Flugplatz in Dessau lag anfangs an der Ringrollbahn in
Höhe der Offiziersschule für die Pioniere der Landstreitkräfte der NVA und später am westlichen Ende
des Platzes ( jwd )! Für die Unterbringung der Werkzeuge, Prüfmittel und auch für die Spritproben von
der Vorflugkontrolle standen uns lediglich MiG - Transportkisten zur Verfügung. Diese wurden durch
uns mittels Um- und Einbauten, wie Fenster und Zeltöfen, " verfeinert ". Da das Fotografieren
strengstens verboten war, gibt es hiervon leider kaum Bildmaterial.
4. Verlegung von Dessau nach Garz / Usedom 
Durch den Aufbau der L-60-Staffel wurde es in Dessau auf dem Platz sehr eng. Dies ist nicht
platzmäßig gemeint, sondern bezieht sich auf den Flugbetrieb über dem Platz. Eine erneute Verlegung
bahnte sich an. Die offizielle Verlegung erfolgte dann in der Zeit vom 15.04.1961 bis 30.04.1961. Die
An-2-Staffel und die Staffel der L-60 bildeten dann in Garz das TFAG 14 und später ab 1962 das TAG
14 unter dem Geschwaderkommandeur Gresch.
Der Flughafen Garz - ein Gelände am Nordufer des Stettiner-Haffs, zwischen Garz, Kamminke und
Zierchow gelegen, war zur Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts, bereits ein " Exerzierplatz " der
Garnison Swinemünde. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand durch die SABLATING-Flugzeugbau
GmbH an dieser Stelle der " Landflugplatz Swinemünde. ". In der Zeit ab 1930 und besonders in der
Zeit des Nationalsozialismus entstanden die Gebäude des Flugplatzes, wie Hangar und Unterkünfte.
Der Fliegerhorst Garz war ab 1936 Heimatflugplatz der Küstenjagdstaffel 3/136 mit der He 51. Bis
zum Kriegsende wechselten jedoch die Aufgaben des Platzes häufig.
1961 musste sich unser Geschwader den Platz mit einer Einheit der sowjetischen Landstreitkräfte
teilen. Da es keine unmittelbare Zusammenarbeit gab, beschränkten sich die Kontakte auf den
wechselseitigen "Handel" von Uhren, Alkohol sowie auf den Besuch des Kinos. Zu dieser Zeit gab es in
Garz noch keine befestigte Landebahn, sondern nur eine sogenannte Gliederrollbahn aus
Stahlsegmenten. Dies sollte den Oberflächenverschleiß, durch das häufige Starten und Landen beim
Platzrundenfliegen während des Schulbetriebes, in überschaubaren Grenzen halten.
Nach 1963 wurde ein Teil des Flugplatzes zur zivilen Nutzung durch die INTERFLUG ungebaut. Es
entstand der heute noch bestehende Regionalflughafen Heringsdorf.
5. Die Verlegung von Garz wieder zurück nach Dessau / Auflösung der Staffel 
Durch erneuten Befehl des Chefs der LSK / LV wurde die An-2 - Ausbildungsstaffel am 22. November
1962 erneut nach Dessau verlegt und am 02. Mai 1963 aufgelöst ! Der Bedarf an Flugzeugführern für
die Transportfliegerei der NVA war gedeckt und die Interflug bildete ihre Piloten selbst aus. Das
vorhandene Personal wurde mit den einzelnen Maschinen auf verschiedene Einheiten der LSK verteilt.
Damit schließt sich auch im Rahmen dieser Chronologie der Kreis, denn dort, wo alles begann, endet
es auch wieder - in DESSAU ! Aus diesem Grunde kann der Dessauer Flugplatz als Heimatflugplatz
der An-2-Staffel angesehen werden. Nun habe ich auch eine Rechfertigung gefunden, warum wir
unsere Staffeltreffen fast immer - bis auf wenige Ausnahmen - in Dessau durchführen werden. Nach
1963 wurde der Platz durch die GST - Segelflieger genutzt und öfter durch die Z 42 angeflogen. Seit
1970 verwaiste der Flugplatz in Dessau und wurde erst nach der Wende wieder für die Sportflieger,
Fallschirmspringer und im Rahmen der Junkers - Traditionspflege zum Leben erweckt.
Während der gesamten Zeit des Bestehens der An-2-Staffel war der Flugzeugbestand fast unverändert,
d.h. durchgehend von der taktischen Nr. 450 bis 459. Aber auch aus der 800-Reihe wurden zur
Unterstützung aus der Verbindungsfliegerstaffel in Strausberg Maschinen zeitweise bei uns eingesetzt.
Während des Bestehens der Staffel gab es keine Totalverluste oder schwerwiegende Unfälle.
Alle Fakten, Namen und Ereignisse sind aus dem Gedächtnis verschiedener Befragter zusammengetragen worden.
Dabei können nach über vierzig Jahren Rückschau Irrtümer vorkommen. Wir sind also an Hinweisen derer, die mit
der " Anna " und ihrer Geschichte zu tun hatten, lebhaft interessiert. Bitte schreibt uns - das Gästebuch ist für jeden
Eintrag dankbar!
Die Geschichte der An-2-Staffel
50. Gründungsjubiläum 1956 ---- 2006
60. Gründungsjubiläum 1956 ---- 2016
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von Heinz-Dieter WERNER